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Einleitung

Im Alter nimmt die Nierenleistung ab. Die verbleibende Nierenreserve reicht im Normalfall aus, bei physiologischen oder pathologischen Stressbelastungen können jedoch Probleme auftreten.


Altersbedingte Veränderungen an den Nieren

Hauptaufgabe der Nieren ist es, das Blut zu "filtern" und so unerwünschte Abbauprodukte über den Harn auszuscheiden sowie den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers in einem konstanten Gleichgewicht zu halten (was für viele physiologische Prozesse wichtig ist). Anatomisch gliedert sich die Niere in Rinde, Mark und Hilus. In der Nierenrinde finden sich Millionen von Blutfiltern, die sogenannten Nephronen, die die eigentlichen Arbeitseinheiten der Nieren repräsentieren. Jedes Nephron besteht aus einem Glomerulus, dem eigentlichen Filterorgan, und einem Tubulus (Nierenkanälchen), der verschiedene Absorptions- und Sekretionsfunktionen erfüllt und der den Übergang zum Nierenmark bildet.

Niere


Nephron

Es gibt eine ganze Reihe altersassoziierter Veränderungen an den Nieren. Normalerweise führen sie beim alten Menschen zu keinen klinischen Auffälligkeiten, doch wirken sie sich dann aus, wenn die Nieren besondere Belastungen bewältigen sollen.

  • Zwischen dem 40. und dem 70. Lebensjahr kommt es zum Untergang von etwa der Hälfte der Nephronen, was jedoch nicht zu besonderen Problemen führt, da genügend Reservekapazität vorhanden ist.

Die Filterleistung der Niere, die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate (GFR), erreicht in mittleren Jahren ihren Höchstwert von 140ml/min/1.73m2 und nimmt dann alle 10 Jahre um 8ml/min/1.73m2 ab. Diese Entwicklung ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen:

  • Beim Erwachsenen verringert sich die Nierenperfusion um etwa 10% pro Lebensdekade; diese Entwicklung ist noch deutlicher ausgeprägt als die altersbedingte Abnahme der Nephronenzahl
  • Die Glomerulusmembran wird durchlässiger, so dass mehr Eiweißstoffe und Wasser in die Tubuli übertreten
  • Für die glomeruläre Filtration steht weniger Filteroberfläche zur Verfügung
  • Bei den Medikamentenwirkungen sind insbesondere die nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAIDs) zu erwähnen, da sie beim alten Menschen einen plötzlichen Abfall der GFR auslösen können; Ursache hierfür ist eine Blockade der Prostaglandinproduktion in der Niere, vor allem bei Patienten mit Stauungsherzinsuffizienz. ACE-Hemmer können durch eine Blockierung des Renin-Angiotensin-Systems ein ähnliches Syndrom verursachen
  • Die Na-Reabsorption durch die Niere nimmt immer mehr ab (was allerdings gewöhnlich keine besonderen Probleme aufwirft).

Pathologische Prozesse und Nierenfunktion

Altersbedingte Veränderungen an den Nieren können durch Erkrankungen mit Nierenbeteiligung noch beschleunigt werden, wobei hier Hypertonie und Diabetes mellitus im Vordergrund stehen.

Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten

Oft können alte Menschen wegen Inkontinenz ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Inkontinenz ist einer der Hauptgründe dafür, dass Pflegende die Betreuung älterer Menschen abbrechen. In der Tat ist die Pflege inkontinenter Personen außerordentlich zeitaufwendig und kostspielig.

 

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Texte und Grafiken zu diesem Beitrag wurden uns freundlicherweise von
Novartis Foundation for Gerontology zur Verfügung gestellt.

 
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