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Einleitung

Knochen und Gelenke sind jene Elemente des Bewegungsapparats, die von altersbedingten Veränderungen am stärksten betroffen sind. Treten beim älteren Menschen Probleme in diesem Bereich auf, so wird er in den meisten Fällen unter Schmerzen und Einschränkungen seiner Mobilität leiden.

Verlust an Knochensubstanz und Osteoporose

Die Knochenerneuerung und die Knochengewebe-Remodellierung sind lebenslange Prozesse, im Zuge derer alte Zellen durch gesunde neue ersetzt werden, so daß sich das Skelett immer wieder an die veränderten Belastungen anpassen kann. Aber schon um das 35. Lebensjahr herum gehen üblicherweise mehr Knochenzellen unter, als neue gebildet werden. Dies führt zu einem zunehmendem Knochenschwund (genauer gesagt zu einer Verminderung der Knochenmasse), der, wenn er ein bestimmtes Ausmaß erreicht, "Osteoporose" genannt wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die Osteoporose als eine Knochendichte, die um mindestens 2,5 Standardabweichungen unter dem bei jungen Erwachsenen üblichen Mittelwerten liegt. Bei Frauen nach der Menopause ist der Verlust an Knochenmasse besonders stark ausgeprägt.

Altersbedingter Verlust an Knochenmasse bei Männern und Frauen

Wörtlich genommen bedeutet "Osteoporose" nichts anderes als "poröse Knochen" und bezeichnet eine Erscheinung, die vor allem darin besteht, dass sich die Knochenbälkchen (d.h. jener Typus von Knochensubstanz, der sich z.B. in den Wirbeln und am Ende der Röhrenknochen findet) verbreitern, gleichzeitig aber mehr Hohlräume und somit eine schwammartige Konsistenz entwickeln, wobei sich noch ihre äußere Wand zunehmend verdünnt. All dies hat zur Folge, dass das Skelett brüchiger wird und es auch im Zuge von Traumen zu einem erhöhten Frakturrisiko kommt.


Faktoren, die mit einem erhöhten Osteoporoserisiko assoziiert sind:

  • Absinken der Östrogenspiegel bei Frauen nach der Menopause
  • Alter (je älter eine Person, desto mehr Knochenabbau hat schon stattgefunden)
  • Falsche Ernährung mit ungenügender Kalziumzufuhr (was mit Anorexie, Schlankheitskuren oder ungenügendem Kenntnisstand in Ernährungsfragen in Zusammenhang stehen kann)
  • Bewegungsmangel – die Knochengewebe-Remodellierung erfolgt in Reaktion auf die jeweilige Beanspruchung
  • Hochdosierte orale Kortikoidgaben über einen Zeitraum von drei Monaten oder länger
  • Bei Frauen: extreme sportliche Betätigung in jungen Jahren, die zum Aussetzen der Regelblutungen geführt hat
  • Gehäuftes Auftreten von Osteoporose in der familiären Anamnese.

Frakturen als Komplikationen der Osteoporose

Frakturen können die Folge von Traumen (z.B. von Stürzen) sein, sie können aber auch als Spontanfrakturen und ohne klinisch manifeste Symptomatik (Schmerz) auftreten.

  • Besonders häufig kommt es zu Wirbelkörperkompressionsfrakturen. Deckplatteneinbrüche in Serie können zu einem Wirbelkörperkollaps, zu einer Rumpfverkürzung um mehrere Zentimeter und zur Ausbildung eines Rundrückens oder Buckels (Kyphose, Gibbus) führen. In extremen Fällen kann sogar eine Kompression der Lungen mit entsprechender respiratorischer Problematik auftreten.
  • Stürze können die Ursache für Frakturen im Bereich des Handgelenks (Colles-Frakturen) sein.
  • Ebenso kann es im Zuge von Stürzen zu Schenkelhalsfrakturen (Hüftfrakturen) kommen. Diese haben eine hohe Inzidenz, sie verursachen hohe Kosten für das Gesundheitswesen und führen zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Verlust an Knochenmasse und Hüftfraktur-Risiko


Hüftgelenkersatz

Osteomalazie

Die Osteomalazie bezeichnet eine Ossifikationsstörung, die durch eine erhöhte Weichheit und Verbiegungstendenz der Knochen gekennzeichnet ist. Ursache ist ein Vitamin-D-Mangel bzw. ein gestörter Vitamin-D-Metabolismus als Folge von

  • gastrointestinalen Problemen oder einer Niereninsuffizienz
  • Mangel an Sonnenlicht bei älteren Menschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen (Sonnenlicht ist für die Vitamin-D-Synthese in der Haut unbedingt notwendig)
  • ungenügender Vitamin-D-Zufuhr
  • Malabsorption von Vitamin D
  • renalen Erkrankungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. von Antiepileptika.

Skelettschmerzen und Knochenerweichung und die damit einhergehende Muskelschwäche führen zu Gehstörungen (Watschelgang). Der Patient kann nur mehr schwer vom Stuhl aufstehen und hat große Schwierigkeiten beim Treppensteigen.

Normaler Knochenstatus, Osteoporose und Osteomalazie im Vergleich
Gelenke und Arthritis

Gelenk mit Osteoarthritis

Osteoarthritis

Während es normalerweise im Alter zu einer Knorpelverdickung kommt, findet sich bei der Osteoarthritis ein Verlust an Knorpelgewebe. Ursachen für die Herausbildung einer Osteoarthritis können sein :

  • Alterung des Bindegewebes
  • angeborene Prädisposition
  • Gelenksanomalien
  • biochemische Anomalien des Knorpelgewebes
  • entzündliche Gelenksprozesse in der Anamnese.

 
Osteoarthritis  Rheumatoide Arthritis
Befall eines oder zweier Gelenke, insb. von Knie oder Hüfte Zahlreiche Gelenke sind befallen, beidseitig, oft sowohl obere als auch untere Extremitäten
Belastete Gelenkflächen (Knorpel) geschädigt Entzündung der gelenksnahen Gewebe und Sehnenscheiden
Deformierung des Knochensubstrats  
Patient fühlt sich nicht krank Krankheitsgefühl und Gereiztheit
Osteoarthritis ist die häufigste Gelenkserkrankung im Alter Auftreten sowohl beim jungen als auch beim alten Menschen, jedoch altersbedingte Zunahme der Prävalenz; bei alten Menschen weniger häufig als die Osteoarthritis. Frauen häufiger betroffen als Männer.


Rheumatoide Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine Entzündung der Gelenke. Wenn sie im Alter erstmals auftritt, kann die Symptomatik foudroyant einsetzen und als gravierend imponieren. Andererseits kann der Prozeß aber auch selbstlimitierend sein. 


Gelenk mit rheumatoider Arthritis


Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats sind im Alter die häufigsten Ursachen für Funktionseinschränkungen und Immobilität. Sie haben eine hohe Prävalenz, sind schwer zu behandeln und oft invalidisierend. 


Altersassoziierte Veränderungen beim Treppensteigen

 

 
 
Texte und Grafiken zu diesem Beitrag wurden uns freundlicherweise von
Novartis Foundation for Gerontology zur Verfügung gestellt.

 
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